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Lillischwerdt:
Small Pauer

(EUPH 041a)

Oliver Schwerdt - p, perc
Robert Landfermann - b
Christian Lillinger - dr, perc

01 Dry Swing (4’29)
02 Small Pauer (9’35)
03 Fresh Dritt (3’27)

Perfectly compatible high gear. For every string scrub and spank there’s a drum clatter and pop
– and both depend on the keyboardist’s even-handed voicing.
So well is the balance maintained between power and prettiness that at one moment
pastel note blending could come from a Bill Evans session,
and the next second the kinetic key-stopping suggests Oscar Peterson’s classic trio.

Ken Waxman


Das Piano klingt OK!
Gefreut hat mich auch das Jazzmäßige bei den letzten beiden Stücken.

Alexander von Schlippenbach

Wirklich der Hammer!
Knut Holtsträter

Ein Hingucker!
Ferdinand Dupuis-Panther

Oliver Schwerdt und Christian Lillinger schreiben in ihrem Duo-Spiel die mit den Konfigurationen Mengelberg-Bennink, Schlippenbach-Johansson, Gumpert-Sommer, Taylor-Oxley als europäisch lesbare instrumentale Konstellation der Free-Jazz-Tradition fort. Nach seinen Tandem Spaces mit Günter Sommer legt Schwerdt nun sein Duo-Spiel mit dem jüngeren Baby, Lillinger vor.

Format: Mini-CD
Price: 8,99 €
ISBN: 978-3-944301-29-7
Ordering: oliverschwerdt@euphorium.de

 

Reviews:

Big Bauer geht Hand in Hand mit seinem kleinen Bruder Small Pauer (EUPH041a, 3"), auf dem LILLISCHWERDT (feat. Robert Landfermann) das Gleiche, wenn auch nicht dasselbe noch einmal im Kleinformat offeriert. Erst Schwerdts 'Dry Swing' aus rasanten Arpeggios und paradoxen Sprüngen in einer 4 ½-Min.-Version (statt der 18 ½). Dann als 'Small Pauer' eine einvernehmliche Cluster- und Tontraubenhäufelung mit Lillinger, mit beidseitig in emanzipierter Reminiszenz an Mengelbach-Bennson und Gumberg-Sommink erfummelten und zusammengekratzten Klangwolken im ständig rasselnden und flirrenden Hin und Her mit kernigeren Klangpunktketten, mit einer Atempause für ein finales Zischen, Pfeifen und mausiges Knispeln. Für 'Fresh Dritt' kommen Landfermanns plonkende Finger ins Spiel, für einen nun melodiösen Drive aus rasantem Pizzikato und einem Stöckchengeflirr, dass es nur so staubt, bis zum letzten Plinnng! Wenn derart bis drei gezählt wird, bleibt nur eins: BA gratuliert zur gelungenen naTo-Übung, Petrowsky zum 80. Und mit Schenker lasst uns ins Unendliche marschieren.
BAD ALCHEMY, Rigobert Dittmann (Bad Alchemy Nr. 80, Februar 2014) (201402), S.27.

Man nehme Oliver Schwerdt am Piano und Perkussions, den Bassisten Robert Landfermann und den Drummer Christian Lillinger – schon ist Lillischwerdt feat. Robert Landfermann geboren. Auf der vorliegenden Mini-CD wurden drei Titel veröffentlicht: „Dry Swing“, „Small Pauer“ und „Fresh Dritt“. Zu diesen Einspielungen bemerkte der Nestor des deutschen Free Jazz, Alexander von Schlippenbach: „Das Piano klingt OK! Gefreut hat mich auch das Jazzmäßige bei den letzten beiden Stücken.“ Während mehr und mehr Musiker auf Vinyl und limitierte Vinyl-Platten mit Signaturen setzen, um im Meer der erscheinenden CDs auf dem Wellenkamm zu schwimmen und wahrgenommen zu werden, hat Euphorium Records ein CD-Kleinformat gewählt. Auch das ist ein Hingucker!
Ein forderndes Klavier voller Energie und im Vorwärtsdrang zwingt uns bei „Dry Swing“ zum gezielten Zuhören, ob sich nicht dabei ein „trockener Schwung“ irgendwo verborgen findet. Lauscht man dem Klaviersolo, so drängt sich das Bild eines rasch Flüchtenden auf, der im Wegrennen hier und da ins Stolpern gerät. Nachfolgend werden die Schritte kürzer so wie auch die Tastensprünge, die sich ineinander zu verknoten drohen. Ausladende Schritte sind im Weiteren zu vernehmen, begleitet von einer nachhaltig wirkenden Basshand. Zwischendrin klingt es auch nach „Alarm, Alarm“ und dann im nächsten Moment wie der Fluss der in die U-Bahn Drängenden am Feierabend. Es ist allseits ein Eindruck von „Mach mal rasch“ zu vernehmen.
Nahtlos geht es mit „Small Pauer“ weiter. Nun aber hört man als Ergänzung ein nervöses Schlagzeugspiel, das den Eindruck, hier würde jemand ganz schnell das Weite suchen müssen, unterstreicht. Sticks schaben übers Fell, während Hochtöniges ans Ohr dringt. Sind das denn nicht Glöckchen, die schellen?Gesprungene Töne treffen auf einen attackierenden Wirbel. Es folgt ein Tusch ohne Bläser; eine Zäsur und noch eine werden deutlich gemacht. Gewisper ist zu vernehmen. Fallen da nicht einzelne Tropfen nieder? Rollt da nicht die Elektrische die Straße hinunter – man höre mal intensiv aufs Klavier? Es schlägt die Turmuhr deutlich vernehmbar, dank sei dem Pianisten Oliver Schwerdt. Nächtliches Stadtwirrwarr wird vor uns danach ausgebreitet. So fügen sich Klangbilder zu Kopfbildern, auch dann, wenn das Tempo verschärft wird. Dabei denken wir an nicht enden wollenden Verkehr in der Stadt, ans Hupen und Pöbeln der Fahrzeughalter. Danach erfolgt eine Pause, ehe Bleche schwingen und schweigen, schwingen und schweigen. Gerassel ist vernehmbar; spitze Töne gesellen sich dazu, die beinahe einen Tinnitus provozieren. Schließlich schlägt es nicht dreizehn, aber …
Zum Schluss ist dann auch Robert Landfermann mit von der Partie, sodass der Titel „Fresh Dritt“ durchaus seine Berechtigung hat. Landfermann bleibt aber über weite Strecken dezent im Hintergrund, während Christian Lillinger und Oliver Schwerdt den bunten, schräg-geknüpften Tonteppich vor uns auslegen. Eigentlich muss ich gestehen, dass ich improvisierte und freie Musik eher in einem Live-Kontext sehe, aber die vorliegende CD lässt mich diese Vorstellung wirklich vergessen..
JAZZ'HALO, Ferdinand Dupuis-Panther
(http://www.jazzhalo.be/reviews/cd-reviews/l/lillischwerdt-small-pauer/ [20160406])